Wer hätte daran am Sonntag noch geglaubt, als ein Unwetter über Hessen hinweg ostwärts zog und sich über Sachsen-Anhalt zu einem handfesten Tornado entwickelte. Straßen wurden hüfthoch überschwemmt, so dass Autofahrer von der Feuerwehr mit Schlauchbooten vom Autodach gerettet werden mussten. Hausdächer wurden in Sekundenschnelle abgeräumt oder mit tennisballgroßen Hagelkörnern in Schutthalden verwandelt.

Petrus hat uns wieder einmal nicht im Stich gelassen und sich von seiner allerbesten Seite gezeigt. Der alte Mann im Himmel kann ja nur ein ULSF´ler sein. Zumindest hat er ganz viel Herz für uns, denn pünktlich zur Spätsommerlichen Banjo-Woche hat er den Himmel über Hunsrück und Domberg mit allerfeinsten Banjo-Wolken überzogen. Unverhoffte Thermikflüge von über zwei Stunden Dauer wurden möglich und natürlich auch geflogen. Die Freude über dieses unverhoffte Thermikglück hat bei den Glücklichen erwartungsgemäß die Begeisterung für den ultraleichten Segelflug noch einmal ganz enorm gesteigert.
Einer der Lehrgangsteilnehmer, Dr. Horst Walter Schwager, 1. Vorsitzendender des LSC Bad-Homburg/Ts. hat es nach einem 2-Stunden Thermikflug auf den Punkt gebracht indem er sagte: "Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass das Fliegen mit diesem leichten Fluggerät so einfach ist und dazu so viel Spaß bringen kann. Einfach toll!"
Auch Klaus Fey aus Bonn, Fluglehrer Luftsportverein Bad-Neuenahr-Ahrweiler e.V. und Chefredakteur des LuftSport-Magazins, war zur Banjo-Umschulung nach Bad Sobernheim gekommen. Und wie alle anderen Teilnehmer hat auch er sich vor seinem Erstflug auf dem Banjo einem Überprüfungsflug im F-Schlepp mit nachfolgender Slip-Einlage im Endanflug unterzogen.

Wie nicht anders zu erwarten, war auch Klaus von der UL-Segelfliegerei, den guten Steigeigenschaften des Banjo bei geringster thermischer Luftbewegung sowie der Leichtigkeit des Handlings voll begeistert, so dass er sofort zum nächsten Start ins Banjo-Cockpit hüpfte.

Auch den anderen Teilnehmern konnte man den Spaß und die Begeisterung am strahlenden Gesichtsausdruck ablesen, wenn sie nach ihrem ersten Banjo-Erlebnis oder nach einem längeren Thermikflug von ihren ersten Erfahrungen mit dem tschechischen Schmetterling schwärmten. Somit ging auch die Spätsommerliche Sobernheimer Banjo-Woche als voller Erfolg in die Geschichte des ultraleichten Segelfluges ein.
Schade nur, dass sich von 16 angemeldeten ULSF-Interessenten letztendlich aber doch nur die Hälfte zum Kommen durchgerungen hatte. Doch ganz egal wie, damit kann das Jahr 2011 vom LSVRP mit einem neuen Platzrekord gefeiert werden, denn noch nie zuvor wurden in einem Jahr in Bad Sobernheim so viele UL-Segelflugscheine erworben wie in diesem Jahr. Die nächste Möglichkeit zum ULSF-Schein wird es erst wieder in der Pfingstwoche 2012 geben, den Termin sollte man sich besser jetzt schon in seinen Terminkalender eintragen.
Natürlich kamen auch aus Interesse mitgereiste Vereinskameraden oder Familienmitglieder in Sobernheim auf ihre Kosten, wie man auf dem nachfolgenden Bild sehen kann.
Detlef Scholl und Thomas Neubert kamen am Donnerstag mit ihrer Jodel DR-1050 Ambassadeur zu uns vom Frankenland nach Bad Sobernheim. Während Detlef voll mit seiner Umschulung auf das Banjo beschäftigt war, nutzte sein Schwager Thomas die Zeit, das herrliche Flugwetter mit dem mitgebrachten Oldy ein paar Platzrunden zu drehen und sich die Landschaft von oben zu betrachten.
Leider gibt es auch von einem weniger schönen Ereignis zu berichten, denn das Banjo des LSVRP wurde bei einer missglückten Landung etwas lädiert. Ein zu langsamer Endanflug mit bis zum Schluss voll ausgefahrenen Klappen, beendete die Landung abrupt nach Strömungsabriss in ca. einem Meter Höhe, so dass das Banjo unsanft auf dem Flugfeld aufschlug. Zum Glück gab es nur Materialschaden an der Rumpfröhre, der aber mit tatkräftiger Unterstützung des Unglückspiloten sowie dem örtlichen Werkstattleiter im Laufe des nächsten Tages wieder repariert werden konnte.
Wer also da war und sich vom Tornado am Sonntag nicht abschrecken ließ, der war nicht nur zufrieden sondern rundum begeistert. Von der Einfachheit der UL-Segelfliegerei, der Leichtigkeit des Handlings der beiden vom LSVRP und vom DULSV bereitgestellten Banjos, vom Flugspaß und dem kostengünstigen Scheinerwerb beim LSVRP, der wunderschönen Lage des kleinen Flugplatzes auf dem Hunsrücker Hochplateau namens Domberg, der Organisation der Veranstaltung sowie von den kostengünstigen und sehr modernen Unterkünften im neu renovierten LSVRP-Verbandsgebäude.
Schön, dass ich mich jetzt auch endlich wieder einmal weltlichen Dingen zuwenden kann. Schreibtisch, Garage, Keller und Garten wurden lange Zeit vernachlässigt und schreien lauthals nach Beachtung! O.k - o.k. - ich bin schon da.
Eine Bilderstrecke wird in Kürze ebenfalls ins Netz gestellt - schaut einfach wieder mal vorbei.
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Kommentare
So hat´s mir mein Lehrer eingebläut! Also ein Lehrstück für den Piloten.
Euer Trikepilot Herbert
Hallo Rudi,
dafür opfere ich glatt nochmals alle anderen Verpflichtungen.
Klaus
Vielen Dank an alle die das möglich gemacht haben! Besonders an Helmut (Fluglehrer), Bruno (Schlepppilot) und Klaus, ohne dessen Homepage ich wahrscheinlich nicht auf das Ereignis aufmerksam geworden wäre.
Detlef
Es hat richtig Freude gemacht bei euch. Nun habe ich mal UL Segelflug aus nächster Nähe kennenlernen dürfen.
Vor allem seid ihr eine richtig nette Truppe. Mein Schwager Detlef und ich kommen sicher wieder.
Thomas
Ich bedanke mich bei den Fluglehrern, dem Ausbildungsleiter und ganz besonders bei Dir Klaus.
Den neuen Ul-Segelfliegern wünsche ich weiterhin viel Freude an diesem Flugsport.
Das war eine sehr schöne und interessante Erfahrung. Und die 1.400 Meter zum Abschluß in der Abendsonne sicher der letzte Thermikflug des Jahres 2011 :-). Gruß Horst-Walter
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