Die gute Nachricht vorweg:
Am Hornberg scheint sich der Kanonenrauch zu lichten, die Sonne scheint am Horizont ganz langsam wieder aufzugehen. Mit einem Betreiberkonzept könnte der Flugbetrieb in Zukunft weiter gehen. Die enorme Protestwelle der Hornbergfreunde hat Wirkung gezeigt und das BWLV-Präsidium zur Kehrtwende auf der Zielgeraden veranlasst.
Was war passiert? Lapidar und ohne irgendwelche Vorankündigung hat Verbandspräsident Gerd Weinelt in der Ausgabe 10/2010 der BWLV-Verbandszeitschrift "der adler" im Rahmen eines Geschäftsberichtes darüber informiert, dass es um die Zweckbetriebe des BWLV wohl nicht zum Besten bestellt sei.
Ein Expertengremium, das sich mit der wirtschaftlichen Lage des Verbandes und der Zweckbetriebe auseinander gesetzt hatte, sei zu dem Schluss gekommen, den Hornberg zum Jahresende "in seiner jetzigen Form" zu schließen.Was es allerdings heißt "in seiner jetzigen Form", das war im Artikel nicht zu lesen. Zukunftsperspektiven in "anderer Form" wurden darin genau so wenig aufgezeigt, wie Zahlen der einzelnen Zweckbetriebe nicht veröffentlicht worden sind. Schulleitung, Mitarbeiter und Kunden erfuhren die Hiobsbotschaft erst aus der Veröffentlichung in "der adler".
Kurz darauf gab es bereits eine eigene Website unter dem Titel www.rettet-den-hornberg.de, auf der es sofort Proteste gegen den Schließungsbeschluss hagelte. Natürlich gab es auch vereinzelt Befürworter des Schließungsbeschlusses, wie es auch ein paar Einträge gab, die der Diskussion nicht wirklich weiterhelfen konnten. In der Verbandszentrale haben vermutlich die Telefonleitungen geglüht, denn schließlich wollen die Verbandsmitglieder (sie sind der Verband, nicht das Präsidium) mit einem so weitreichenden Beschluss nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Über "ihren" Hornberg möchten sie schon gerne selbst entscheiden. Schließlich ist die Aufgabe der Verbandsfunktionäre, die Ziele der beitragszahlenden Verbandsmitglieder zu verfolgen und entsprechend umzusetzen.
Die enorme Protestwelle gegen die Schließung der Flugschule hat innerhalb kürzester Zeit bereits Wirkung gezeigt. In einer abschließenden Meldung auf der Website www.rettet-den-hornberg.de ist erfreulicherweise jetzt zu lesen:
"Wir wurden darüber informiert, dass in einer konstruktiven Atmosphäre dem Verwaltungsausschuss des BWLV-Präsidiums das Konzept einer Betreiberlösung vorgestellt werden konnte, das die Zukunft der BWLV-Flugschule Hornberg sichert. Beide Seiten sind sich einig, dass in zielführenden Verhandlungen bis zum Jahresende diese Lösung in eine bindende Vereinbarung umgesetzt werden kann. Diesem Vorgehen stimmte der Verwaltungsausschuss einstimmig zu.
Wir danken allen Engagierten für ihr Interesse am Fortbestehen der Flugschule Hornberg und schließen hiermit ausdrücklich den Verwaltungsausschuss des BWLV-Präsidiums mit ein.
Wir werden über die weiteren Entwicklungen an dieser Stelle berichten".
Bleibt zu hoffen, dass die vorgeschlagene Betreiberlösung tatsächlich auch zum Tragen kommt und der Flug- und Schulbetrieb auf dem Hornberg übergangslos fortgesetzt werden kann.
Für uns V-Leitwerkler wäre damit unser VL-Treffen 2011 für´s Erste wohl gesichert.
Einen ausführlichen Bericht gibt es im segelfliegen-magazin 6-2010
Anmerkung:
Nach Mitteilung des BWLV wurde die Segelflugschule Hornberg zum 31.12.2010 endgültig geschlossen!
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