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So was wär wohl auch mit einem UL-Segelflugzeug möglich!
Wahrscheinlich nicht im ULF-1, doch in der GFW-3 und ganz bestimmt in Sparrow Hawk. Schließlich gibt es Loggerschriebe von Weltrekordflügen von Jim Payne, der in der Welle damit Höhenflüge weit über 5.000 m durchgeführt hat.
Dass man sich bei einem strammen Westwind stundenlang an der Bergstraße zwischen Eberstadt und Heidelberg im Hangwind tummeln kann, das ist bereits ein alter Hut.
Selbst akzeptable Wellen hatten sich dabei des öfteren gebildet, was die Wellentheorie der regionalen Wetterspezialisten im Grunde bestätigt hatte. Aus diesem Grunde hat sich zwischenzeitlich auch ein Wellenwarnungsnetz etabliert, das die dort eingetragenen Piloten rechtzeitig auf eine mögliche Wellenbildung im Rheintal hinweist.
Problematisch ist dabei die Tatsache, dass im Rheintal jede Menge großvolumiges Metall mit hoher Geschwindigkeit in der Luft herumschwirrt, das sich im An- oder Abflug von Frankfurt/Main, Ramstein oder Hahn befindet. Höhenfreigaben über 3.000 m wurden deshalb von der DFS in der Vergangenheit auch nur sehr sparsam, meist überhaupt nicht erteilt. Im Gegensatz zum etwas südlicher gelegenen Schwarzwald gibt es für das Rheintal bisher auch kein ausgewiesenes Wellenfenster, in dem man sich bei Wellenaktivität und Öffnung durch die DFS dann frei bewegen könnte, da die Existenz intensiver Wellenbildung mit hoher vertikaler Ausbildung bisher noch nicht bewiesen werden konnte.
Doch am 05. Februar 2011 wurde im Rheintal jetzt ein neues Kapitel deutscher Segelflug- und Wellenfluggeschichte geschrieben, der ein Umdenken erfordert.
Mit Jochen Polsz (Landau), Eckart Schwantes (Worms), Holger Lentschig (Heppenheim), Tomek Ziarko (Heppenheim) und Torsten Uhe (Elz), hatten gleich fünf Piloten das unverschämte Glück, Höhenfreigaben jenseits der 3.000 m zu erhalten. Das Vorhandensein eines Transponders, gepaart mit moderatem Verkehrsaufkommen im Luftraum Frankfurt sowie verständnisvollen Controllern bei der Flugsicherung in Langen, die Höhenfreigaben bis FL240 erteilten. Tomek Ziarko setzte mit 7.042 m MSL die Tageshöchstmarke - ein neuer und einmaliger Rheintal-Höhenrekord. Damit hat der Rheintaldiamant das Licht der Welt erblickt! Warum also nach Südfrankreich oder auf die Südhalbkugel pilgern, wenn man auch bei uns auf solchen Monsterwellen reiten kann?
Natürlich gab es an dem Wochenende auch noch eine Menge weiterer "Wellenflieger", die aber von der DFS -aus nachvollziehbaren Gründen- mangels Transponder in 3.000 m MSL an die Kette gelegt worden sind. Ein offizielles Wellenfenster wäre für diese Piloten hilfreich gewesen.
Bleibt zu hoffen, dass die Landesverbände dieses erfolgreiche Wellenwochenende zum Anlass nehmen können, jetzt bei der DFS die Einrichtung eines Wellenfensters Rheintal zu erwirken.
Herzlichen Glückwunsch allen Piloten, die diese "unvorhersehbaren" Höhenflüge erleben durften und mittels Logger auch dokumentieren konnten. Mein Glückwunsch -aber ganz besonders auch mein Mitgefühl- gilt natürlich denen, die mangels Transponder nur frustriert nach oben durch den Deckel schauen und den vier Glückspilzen bei ihrem Aufstieg in den Orbit neidvoll hinterher schauen konnten.
Jochen Polsz und Holger Lentschig haben ihren Höhendiamanten bereits beantragt!
An dieser Stelle aber auch nochmals ein dickes DANKESCHÖN an die diensthabenden Controller mit Herz für Segelflieger!!!
Bleibt nur noch anzumerken, dass das erste Februar-Wochenende 2011 somit mehr war als ein Sechser im Lotto!
Inzwischen liegen auch Berichte anderer Segelflieger vor, die bereits in den 70er Jahren, also lange vor Einführung der ED-R9 Höhenflüge in der Haardt-Welle durchgeführt, aber mangels Sauerstoffanlage "lediglich" die Startüberhöhung von 3.000 m für die Gold-C fliegen konnten. Für weitere Meldungen dieser Art an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. wäre ich dankbar.
> Video zum Wellenflug der Akaflieg Darmstadt
> Ritt auf der Jahrhundertwelle Video von Jochen Polsz und Andreas Maurer (Landau)
> Fotogalerie (wird noch erstellt)
> Ausführlicher Bericht demnächst im segelfliegen-magazin
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