Klappe zu - Affe tot

Sonntag, den 23. Januar 2011 um 00:00 Uhr Administrator
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Alles in trockennen Tüchern? Na klar, doch leider nicht für uns, sondern für die Großfliegerei. Ein Phantast, wer anderes erwartet hatte. Am 22. Januar 2011 wurde im Rahmen des Frankfurter Gesprächs 2011 in Niederrad die neue Luftraumstruktur von Charly-FRA vorgestellt. Und um es gleich vorweg zu nehmen, es hat sich gegenüber den bereits früher schon publizierten Karten so gut wie nichts geändert.

Die vierte Landebahn wird noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Das ist seit langem Fakt. Halleluja! Damit werden sich die An-und Abflugverfahren von Frankfurt entscheidend verändern. Und "diese Änderungen erfordern selbstverständlich auch eine daran angepasste Luftraumstruktur", so die Vertreter der Deutschen Flugsicherung GmbH. Aber selbstverständlich, so die einhellige Aussage der DFS-Vertreter, hat man dort für die Sorgen, Nöte und Ängste der Allgemeinen Luftfahrt und insbesondere der Segelflieger auch vollstes Verständnis. Und aus diesem Grunde wurden die neuen Lufträume auch nur dort eingeschränkt, wo es für den sicheren und reibungslosen Parallelbahnbetrieb in Frankfurt unumgänglich ist.

Allerdings wurden mit der neuen Luftraumstruktur bereits Fakten geschaffen, die der von FRAPORT erwarteten Verkehrsentwicklung bis zum Jahre 2020 entsprechen. Dann erwartet man in Spitzenzeiten eine Verkehrsdichte von bis zu 120 Flugzeugen. Und da man bereits so weit vorausgeplant hat, kann den Bedürfnissen der Segelflieger wiederum sehr entgegengekommen werden. Begründung: "Obwohl die neuen Lufträume vom BMVBS bereits genehmigt sind und mit Erscheinen der ICAO-Karten 2011 im März Gültigkeit bekommen, wird sich an der Verkehrslenkung durch die Lotsen bis Oktober 2011 grundsätzlich erst einmal nichts ändern", so die mehrfache Bestätigung der DFS-Vertreter. "Natürlich kann es in Ausnahmesituationen durchaus aber auch dazu kommen, dass der Luftraum tatsächlich so benötigt wird", hieß es dann weiter. Soll wohl heißen, dass bei hoher Verkehrsdichte (und vermutlich auch mal zu Trainingszwecken der Lotsen), also auch mal eine B747 oder ein A380 von Osten her, zwischen Bad-Orb und Gelnhausen in 4.000 ft/MSL auf den Locolizer FRA gesetzt werden kann, was einer Flughöhe von 600 - 700 m/GND entsprechen würde. Und mit steigendem Flugverkehrsaufkommen wird diese unwahrscheinlich erscheinende "Zukunftsmusik" dann wohl tägliche Routine werden.

Natürlich wird sich damit auch an den bisherigen Segelflugsektoren gewaltig etwas ändern. Die SFS-Gelnhausen und Spessart entfallen ab März komplett, dafür wird im früheren FL65-Luftraum östlich Gelnhausen ein neuer SFS-Kinzig geschaffen (grün gehalten), den man bei Bedarf (und wenn die Verkehrsverhältnisse in FRA dies zulassen) aktivieren könnte. Die Betonung liegt dabei auf "könnte", wobei die Ausführungen nicht all zu hoffnungsvoll empfunden werden konnten. Gleiches gilt im Westen für die SF-Sektoren "Bingen". Nicht nur für Langenselbold werden diese Luftraumänderungen wohl das "AUS" im Streckensegelflug und vermutlich auch weitestgehend in der Segelflugausbildung bedeuten. Gleiches gilt für Mainz, denn im Westen wird die neue Luftraumstruktur ähnlich fatal sein. Die Nord-Süd-Passage wird damit ganz speziell für Segelflieger so gut wie unmöglich, zumindest aber extrem erschwert.

charlyfra

Dass mit der Luftraumabsenkung im Osten und Westen von FRA natürlich ein enormer Anstieg der Lärmemission einhergehen wird, darauf sei hier nur am Rande hingewiesen.


Charly-FRA 2011 mit Segelflugsektoren (wird bei Verfügbarkeit eingestellt)

Leserbrief zur neuen Landebahn (Darmstädter-Echo vom 28.12.2010)

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. Februar 2011 um 12:16 Uhr

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