Außenlandungen sind gemäß Statistiken der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) der Unfallschwerpunkt Nr. 1 beim Segelflug.
Und in die Rubrik "Segelflug" sind natürlich auch UL-Segelflugzeuge wie das ULF-1 und das Banjo einzuordnen, die allerdings von der BFU überhaupt nicht erfasst werden.
Das Flugwetter war durchgängig gut, und für die Belange der UL-Segelflieger bestens geeignet. Vereinzelt gab es auch geplante Überlandflüge, in deren Verlauf Strecken bis 125 km und Flughöhen bis 1.500 m erreicht worden sind, wie man dem Loggerschrieb von Werner Metzger entnehmen kann.

Am Platz operierende Banjos erreichten "Traumhöhen" bis 2.500 m über Platz. Neben der guten Wolkenthermik gab es allerdings auch eine für UL-Segelflugzeuge nicht ganz zu vernachlässigende Windkomponente, die es bei der Flugdurchführung zu beachten gab. Speziell bei hügeligem Gelände wie dem Hunsrück hat der Wind die unangenehme Eigenschaft, Leichtgewichte wie das Banjo recht schnell in Windrichtung zu versetzen. Wer dies nicht beachtet und sich in Windrichtung hinter eine Geländerhebung versetzen lässt, dabei auch noch zu tief gerät, der befindet sich schnell auf der Leeseite des Höhenrückens und der Platz kann so recht schnell in unerreichbare Ferne rücken.
Das Lee des Dombergs wurde am vierten Tag dann auch prompt einem Piloten einer norddeutschen Segelfluggruppe zum Verhängnis. Nachdem er vom Wind weit hinter den Domberg versetzt und auf Grund der geringen Höhe eine sichere Rückkehr zum Flugplatz nicht mehr möglich war, versuchte er noch über einer hinter dem Domberg liegenden Talsenke Thermik zu finden. Leider erfolglos, so dass als letzter Ausweg nur noch eine Außenlandung in der Nähe eines Bauernhofes blieb. Beim Eintauchen des Rumpfes in das erntereife und hüfthohe Kornfeld verwickelten sich die Halme in den Flächenstreben und rissen das Banjo zu Boden. Die Landung hatte eine kurze, aber markante Spur im Weizenfeld hinterlassen.

Wie auf dem Unfallfoto zu erkennen ist, sind beim Aufschlag beide Flächenholme gebrochen. Die linke Tragfläche wurde aufgerissen und nach hinten abgeknickt und auch der Rumpf wurde stark beschädigt. Das Banjo kam nach ca. 5 Metern zum Stillstand. Der Pilot wurde nach Ludwigshafen in die BG-Klinik geflogen, aus der er am zweiten Tag ohne bleibende Schäden entlassen werden konnte. An mangelnder Flugerfahrung oder an Außenlandeerfahrung mit Segelflugzeugen dürfte es nicht gelegen haben, was der Unfallpilot bestätigen konnte. Der Unfall zeigt auf tragische Weise, dass man beim Zusammentreffen bestimmter Umstände zu einer Außenlandung gezwungen sein kann, obwohl lediglich ein Flug im Platzbereich geplant war.
Ein Blick über den Tellerrand kann sicherlich nicht schaden, denn im Bereich des regulären Segelflugs gibt es hierzu aufschlussreiche Dokumentationen, die man auch als ULSF-ler nutzen kann. Flugsicherheitsinformationen und -meldungen der BFU, aber auch andere hoch interessante Veröffentlichungen aus dem Bereich Segelflug können auch für den UL-Segelflug hilfreiche Lektüre sein. Auch dann, wenn sie nicht speziell den UL-Segelflug betreffen, denn für diese Spezies ist die BFU noch nicht einmal zuständig. Die handwerklichen Grundfertigkeiten sind die gleichen, egal ob man sie durch die Brille des Segelfliegers oder des UL-Segelfliegers betrachtet.
In diesem Sinne wünschen wir allen Piloten einen erfolgreichen und unfallfreien Saisonverlauf.
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